Spirulina - Wissensalmanach
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Herzlich Willkommen in DEM Wissensalmanach zum Thema Spirulina. Wir haben keine Mühen gescheut, um so umfassend wie möglich, alle wichtigen Informationen über diese kleine grüne Mikroalge zusammenzutragen. Also viel Spaß auf dieser Informationsseite, die sich ganz dem reichhaltigen Cyanobakterium verschrieben hat. Inhaltsverzeichnis1. Name: Spirulina platensis
Die Spirulina oder mit vollständigem lateinischen Namen „Spirulina platensis“ gehört zu einer von elf blau-grünen Algengruppen. Diese mikroskopisch kleinen Pflanzen gedeihen überall auf der Welt in brackigen Teichen und Seen. Die Spirulina zählt mit zu den Cyanobakterien, die man früher auch als „Blaualgen“ bezeichnete. Bisher sind über 1500 Arten bekannt, von denen einige als Nahrungsmittel genutzt werden. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Spirulina als reichhaltiges und ökologisches Nahrungsergänzungsmittel bekannt und wird sehr gern auch in der Naturheilkunde genutzt.
Die Spirulina ist eine spiralförmige Blaualge und gehört mit zu den proteinreichsten Lebewesen. Im Vergleich zu ihrer Größe besitzt sie einen Proteingehalt von um die 60 Prozent. Die Mikroalge zählt mit zu den Cyanobakterien, wie oben bereits erwähnt. Aufgrund ihres hohen Chlorophyll-Anteils können sie auch Photosynthese betreiben. Ihre Vermehrung erfolgt durch einfache Zellteilung. Funde in fossilhaltigem Sedimentgestein belegen, dass Cyanobakterien bereits vor 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde lebten. Somit zählen diese Mikroalgen mit zu den ältesten Lebewesen auf unserem Planeten. Weiterhin belegen verschiedene Gesteinsschichten und vor allen Dingen die Stromatolithen, plattenförmige Sedimentgesteinablagerungen aus organischen Material, dass die Spirulina und andere oxygen-photosynthetische, Kohlenstoffdioxid-assimilierende Mikroorganismen primär dazu beigetragen haben, die kohlenstoffdioxidreiche Ur-Atmosphäre mit Sauerstoff anzureichern und ihren Kohlenstoffdioxid-Gehalt zu vermindern. Aber nicht nur bei der Entwicklung der Erde spielte die kleine blau-grüne Alge eine wichtige Rolle. Schon seit langer Zeit dient sie den Menschen auch als Nahrungsmittel, welches voller Proteine, Mineralstoffe und Vitamine steckt. Besonders in Afrika am Tschad-See und in Mittelamerika und Mexiko ist die Spirulina als Nahrungsmittel sehr beliebt. Das am Tschadsee lebende Volk der Kanembu nennt die dünnen, harten, blau-grünen Algekuchen "Dihé", welche als Grundzutat rund 70 Prozent aller örtlichen Gerichte ausmachen. Diese typischen Spirulina-Kuchen werden durch Sonnentrocknung hergestellt, nachdem man die Spirulina-Rohmasse aus dem See gefischt hat. Eine weitere Besonderheit: Die getrockneten großen Algenmatten findet man bisweilen auch in der Wüste, wohin der Wind sie geweht hat. Dort dienen sie der Wüstenbevölkerung als unerwartete aber reichhaltige Nahrungsquelle. 2. VorkommenDie Spirulina kommt in salzigem, stark alkalischem Wasser vor und das vor allen Dingen in subtropischen und tropische Gebieten. Weit verbreitet ist sie in Sodaseen vor allem in Zentral- und Ostafrika. Beispielswiese verdanken die Flamingos ihre schöne Fliederfärbung den Mikroalgen, welche sie als Nahrung aus dem Wasser mit ihrem Schnabel filtern. Aber nicht nur in Sodaseen findet man Cyanobakterien allgemein und die Spirulina im Besonderen. Auch in unwirklichen Gegenden kann man auf die blau-grüne Mikroalge treffen. Diese Tatsache verdanken die Cyanobakterien dem Umstand, dass sie Stickstoff aus der Luft fixieren können, was kein anderes Lebewesen vollbringt. Somit zählen sie zu den Pioniersiedlern auf Felswänden und Seen. Dies macht die Spirulina-Alge geradezu prädestiniert in warmen Sodaseen mit einem hohen ph-Wert zu leben. 3. Inhaltsstoffe
Im Gegensatz zu Meeresalgen ist der Jodanteil sehr gering und damit eine Überversorgung durch Jod nicht möglich. Die vielen unterschiedlichen Nährstoffe und gesunden Inhaltsstoffe kann der menschliche Organismus gut aufnehmen, da die Spirulina nur eine dünne Zellmembran aus Mucopolysacchariden besitzt. Zusätzlich ist die Spirulina auch sehr interessant, da sie einen relativ hohen Kaliumgehalt besitzt, ohne dabei auch viel Natrium zu enthalten. Durch die Einnahme von 10 g Spirulina-Masse kann der tägliche Bedarf an Mineralstoffen schon zu einem hohen Teil gestillt werden. Die Spirulina enthält kaum Fett und nur minimale Kalorien. Diese Tatsache macht sie besonders für Menschen interessant, die eine Diät halten oder fasten möchten. Aber nicht nur an Mineralien ist die Miroalge sehr reich, bereits 2 - 3 g täglich decken den Bedarf an Provitamin A und Vitamin B 12 ab. All die verschiedenen Inhaltstoffe der Spirulina sind biologisch gebunden, dass bedeutet, dass die komplexen Strukturen besser vom menschlichen Körper verwertbar sind als synthetische Monosubstanzen. Auf der anderen Seite sind sie auch verträglicher für Magen und Darm. Auch besteht die Gefahr einer Überdosierung nicht, da sich der menschliche Körper nur die Stoffe herausnimmt, die er benötigt. Im Folgenden noch einiges Wissenswertes zu ausgewählten Inhaltsstoffen der Blaualge Spirulina.
3.1. Provitamin A (Beta-Carotin)Das Provitamin A bzw. seine pflanzliche Vorstufe Beta-Carotin ist sehr wichtig für das menschliche Sehen und die sogenannte Dunkeladaption der Netzhaut. Vitamin-A-Mangel kann zu Erblindung und auch Tod führen. Weiterhin ist das Vitamin wichtig für die Haut, ihre Elastizität und ihr gesundes Aussehen. Der Clou: Die Mikroalge Spirulina enthält 20 mal mehr Beta-Carotin als Karotten. Dies liegt an dem extrem hohen Chlorophyllgehalt. Beta-Carotin wird auch als Antioxidanz eine gute Krebsprävention zugeschrieben. Weiterhin wird es auch prophylaktisch gegen degenerative Erkrankungen eingesetzt. Mit Beta-Carotin, dem wichtigsten pflanzlichen Farbpigment, sieht man besser. Doch ist dies nur ein Farbpigment der sogenannten Carotinoide, die im menschlichen Organismus wichtige Funktionen haben. Sie fangen auf zellulärer Ebene freie Radikale und wirken als Antioxidanz, sodass sie Schäden an Membranen und der DNA verhindern können, deren Folgen Alterungsprozesse und degenerative Erkrankungen wie Rheuma und Arthrose sind. 3.2. Vitamin B12Das wichtige Vitamin B 12 können nur Mikroorganismen synthetisieren. Deswegen ist es in den meisten pflanzlichen Lebensmitteln kaum vorhanden. Dieses Vitamin ist essentiell für die Blutbildung. Vegetarier sollten darauf achten, dass sie keinen Vitamin-12-Mangel erleiden, welcher für perniziöse Anämie und neurologische Ausfälle, aber auch für den Folsäurehaushalt verantwortlich ist. So kann beispielsweise ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft zu Fehlgeburten und Missbildungen führen. 3.3. Mineralstoffe und SpurenelementeAufgrund der sehr hohen Nährstoffdichte ist die regelmäßige Einnahme von Spirulina platensis für alle Personengruppen geeignet, die einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen haben. Dazu zählen Schwangere, Rentner, Sportler, Kinder im Wachstum und all diejenigen, die sehr vom Alltag gestresst sind. Augrund ihres Inhaltsreichtums ist die Spirulina auch als Austronautenahrung im Gespräch. Wie auch die anderen Algen, nimmt die Spirulina ihre Mineralstoffe und Spurelemente direkt aus dem Wasser auf. Aufgrund der unterschiedlichen Wasserzusammensetzung schwanken auch die Angaben der einzelen Werte und Mineralzusammensetzungen. Eine Mischung aus mineralsalzhaltigem Süß- und Meerwasser ist das ideale Nährmedium zur Erzielung höchster Qualität und Ausgewogenheit bei der Kultivierung der Mikroalge. (siehe weiter unten) Neben den oben bereits erwähnten Mineralstoffen enthält die Spirulina auch noch Bor, Kobalt, Molybdän, Titan und Vanadiu. 3.4. EisenUm nur ein Beispiel zu nennen, ist die Spirulina sehr reichhaltig an Eisen. So enthält sie 25 - 50 mal mehr Eisen als Fleisch. Eisenmangel ist der weltweit am Häufigsten vorkommende Mineralstoffmangel. Bis zu 80 Prozent der Weltbevölkerung leiden daran. Symptome sind Müdigkeit, Schwindel und Blässe. Besonders Frauen sind vom Eisenmangel betroffen. Eisen ist in Fleisch, in Gemüse, Vollkornprodukten sowie Saaten und Nüssen enthalten. Bei Schwangerschaft oder Diäten reicht diese Zufuhr mit der Nahrungsaufnahme allerdings nicht mehr aus, sodass die Spirulina eine gute zusätzliche Eisenquelle ist. 3.5. AntioxidantienDas spiralförmige Cyanobakterium besteht zu großen Teilen aus Chlorophyll und anderen pflanzlichen Komponenten wie Carotinoide, Phycocyanin und verschiedene Enzyme. Besonders die Pigmente Beta-Carotin, Xanthophylle und Phycocyanin sind sehr interessant bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten wie erste wissenschaftliche Studien belegen. 3.6. PhycocyaninPhycocyanin ist ein wasserlöslicher blauer Farbstoff. Er gilt als Entgifter und Fänger von freien Radikalen in den Nieren und der Leber. Studien aus USA, Mexiko und Japan belegen, dass eine regelmäßige Spirulina-Aufnahme die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie eine Stärkung des Immunsystems bewirken. 3.7. EnzymeEnzyme sind Biokatalysatoren, die unterschiedliche Stoffwechselprozesse und Wirkungsweisen iniziieren. Sie zählen wie die oben bereits erwähnten Pigmente zu den Proteinen. Es gibt tausende verschiedene Enzyme, die alle spezifische Vorgänge auslösen und unterstützen. 3.8. Gamma-LinolensäureDie in der Spirulina enthaltene Gamma-Linolensäure ist eine seltene Fettsäure vom Omega-6-Typ, die sonst nur noch in Hanföl, Nachtkerzen- und Borretschöl vorkommt. Die Mikroalge enthält einem 5 bis 6 prozentigen Fettanteil, von dem mehr als die Hälfte aus ungesättigten Fettsäuren und fast 1 Prozent aus Gamma- Linolensäure besteht. Diese Fettsäuren sind essentiell, da der menschliche Körper sie nicht selbst bilden kann. Sie sind nicht nur Bestandteil aller biologischen Membranen, sie leiten auch den Informationsfluss im Körper und auch die körpereigenen Hormone werden aus Fettsäuren aufgebaut. 4. HeilwirkungenDer Spirulina werden unterschiedliche Heilwirkungen zugeschrieben. Sie ist nicht nur in der Lage, Schadstoffe im menschlichen Körper zu binden, sondern auch aus diesem Schwermetalle auszuleiten. Besonders für die Ausleitung von Amalgan oder Cadmium, Quecksilber u.a. wird sie gern herangezogen. Weiterhin unterstützt sie den Körper bei seiner Immunabwehr und reichert die verschiedenen Stoffwechselvorgänge mit Mineralien, Aminosäuren und anderen essentiellen Stoffen an. Auf diese Weise kann eine regelmäßige Einnahme von Spirulina-Kapseln die negativen Folgen von Stress mildern, aber auch verschiedene Krankheitssymptome abmildern bzw. das Entstehen von Krankheiten hemmen und schädliche und krankmachende Substanzen aus dem Körper ausleiten und Mangelerscheinungen durch ihre zahlreichen Inhaltsstoffe entgegenwirken. Im Folgenden werden verschiedene Heilwirkungen und nachweisbare positive Wirkungsweisen auf den menschlichen Organismus näher erläutert und angesprochen. 4.1. AllergieAuch bei der Behandlung von Allergien wie z.B. Heuschnupfen, allergischen Hautreaktionen und weiteren allergischen Reaktionen kann die Spirulina platensis zur Behandlung unterstützend herangezogen werden. Die Mikroalge Spirulina enthält Bestandteile, wie Phycocyanin, die aktiv den Ausstoß von Histamin hemmen. Histamin ist ein Gewebshormon und wird beim gesunden Menschen im Körper abgebaut. Nicht abgebautes Histamin bedingt dagegen akute Beschwerden wie Atemnot, Blutdruckabfall, Hautrötungen, Nesselausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Durchfall. Experimente mit Ratten und Mäusen haben gezeigt, dass bei oraler Verabreichung von Spirulina eine Histaminhemmung bei allergischen und entzündlichen Reaktionen auftrat. 4.2. Antivirale Aktivität
Epidemiologische Studien in einigen Gebieten Afrikas legen nahe, dass der regelmäßige Verzehr von Spirulina (der tägliche Verzehr liegt zw. 3 - 13 g) das Auftreten von HIV-Infektionen vermeiden und die virale Belastung unter den infizierten Menschen verringern könnte. So hemmt aller Ansicht nach das in der Spirulina vorkommende Calciumspirulan in vitro die Replikation einiger Viren, wie das Herpes-simplex-Virus und HIV-1 (AIDS-Virus). Auch Allophycocyanin, ein rotes Fluoreszenzprotein aus der Mikroalge Spirulina platensis, soll den krankhaften Vorgang in den Zellen, die von Enterovirus 71 infiziert wurden, hemmen. 4.3. Anti-Aging-EffektSehr gern genutzt wird die Spirulina auch in der Anti-Aging-Therapie. Sie enthält verschiedene Antioxidantien, die die freien Radikale im menschlichen Körper binden, die mit für die Alterung der Zellen und somit das gesamte Altern verantwortlich sind. Bei regelmäßiger Einnahme der „Schönheits-Alge“ wird das Haar klanzvoller, die Fingernägel stark und kräftig und auch Hautunreinheiten werden vermindert oder verschwinden ganz. Tests mit älteren männlichen Ratten haben gezeigt, dass bei denjenigen, die regelmäßig mit Spirulina gefüttert wurden, das Auftreten von altersbedingten entzündungsfördernden Cytokinen deutlich verringert war. 4.4. ArterioskleroseBei dieser Erkrankung verhärten und verengen sich die Innenwände der Schlagadern (Arterien) durch Ablagerungen. Bei der Ateriosklerose spricht auch von einer "Gefäßverkalkung" durch die Ablagerung von Fett, die den Gefäßdurchmesser deutlich verringern. In der Folge kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen, die Gefahr von Schlaganfall, Herzinfarkt oder zu Durchblutungsstörungen der Beine steigt erheblich. In Vitro-Tests mit Spirulina belegen, dass durch Natriumspirulan die Wucherung von glatten Gefäßmuskelzellen verhindert wurde. 4.5. HyperaktivitätEin weiteres Gebiet, in der sich der Einsatz von Spirulina bewährt hat, ist bei der Therapie von Hyperaktivität. Die Spirulina enthält die wichtige Aminosäure „Tryptophan“, welche der menschliche Körper für die Produktion von Vitamin B3 benötigt und für die Bildung von Serotonin, einem wichtigen Gewebshormon und Neurotransmitter. 4.6. OsteoporoseEin weiteres Einsatzgebiet der Spirulina ist die Linderung der Beschwerden von Osteoporose-Patienten. Viele Frauen zwischen 45 – 80 Jahren leiden an dieser Alterserkrankung des Knochens. Das reichhaltig in der Spirulina enthaltene Calcium und die Tatsache, dass sie zu über die Hälfte aus gut verdaulichem Protein besteht, unterstützen den Körper gegen den Knochenschwund. 4.7. NiereEin weiteres Experiment mit Ratten bestätigte, dass das aus der Spirulina platensis isolierte Phycocyanin die Bildung von Nierensteinen hemmt. 4.8. PMSSpirulina kann des Weiteren auch beim PMS, bei dem Prämenstrualen Syndrom helfen. Die regelmäßige Einnahme von Spirulina verhindert einen Eisenmangel, an dem viele Frauen leiden. (Weiteres zum Eisengehalt in der Spirulina wurde weiter oben gesagt) Dadurch können auch verschiedene Symptome des PMS gelindert werden, wie Krämpfe, Durchfall, Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden und Hautveräünderungen. 4.9. SchwangerschaftEine regelmäßige Einnahme von Spirulina bewirkt eine bessere Speicherung von Eisen sowie einen höheren Gehalt an Hämoglobin während der ersten Hälfte der Schwangerschaft und später beim Stillen. Dies fanden Forscher bei einem Experiment mit schwangeren Ratten heraus, denen sie regelmäßig Spirulina verabreichten. 4.10. Senkung der BlutfetteEine Studie mit „Diabetes mellitus Typ 2“- Patienten ergab, dass die tägliche Einnahme von 2 g Spirulina für zwei Monate die Blutwerte deutlich verbesserte. Die Studienauswertung ergab weiterhin, dass die Konzentrationen von Blutzucker und Gesamt-Cholesterin, darunter auch LDL-Cholesterin, deutlich erniedrigt wurden und das HDL-Cholesterin sich erhöhte. Auch der Fettgehalt im Blut von Patienten mit nephrotischen Syndrom und Hyperlipidämie konnte durch die zusätzliche Einnahme von 1 g Spirulina-Kapseln neben den Medikamenten gesenkt werden. Doch gilt diese Studie noch als umstritten. 4.11. ÜbersäuerungDas Cyanobakterium kann ebenso erfolgreich bei Übersäuerung angewendet werden. Übersäuerung kann durch Ernährungsfehler, Stress, Bewegungsmangel oder Medikamenteneinnahme verursacht werden und bewirkt ein Absinken oder Asteigen des ph-Wertes im Blut. Der ph-Wert der Spirulina-Alge liegt zwischen 9 - 11 und sie wirkt auch basenbildend. Somit kann eine regelmäßige Spirulina-Einnahme eine Basenfastenkur unterstützen und helfen, die Säuren im Körper zu neutralisieren. 4.12. ZahnfleischentzündungDie bakterienhemmende und entzündungshemmende Wirkung der Spirulina platensis wird auch vermehrt bei Zahnfleischentzündungen von Zahnärzten angewandt. Die in der Blaualge enthaltenen Stoffe Phycocyanin und Beta-Carotin wirken antioxidativ. Sie können freie Radikale abfangen und die Lipidoxidation hemmen. Phycocyanin hemmt des Weiteren selektiv das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2), welches bei Entzündungsprozessen eine entscheidende Rolle spielt. Auf diese Hemmung sind wahrscheinlich die hepaprotektiven, entzündungshemmenden und antiarthritischen Eigenschaften von Phycocyanin und somit auch der Spirulina zurückzuführen. Weiterhin wird die Spirulina von erfahrenen Heilpraktikern erfolgreich bei Entzündungen, Grippe, Neurodermitis oder Akne eingesetzt. Tests belegen, dass bei Mäusen, die mit Arthritis induziert wurden, die orale Vergabe von Spirulina entzündungshemmend wirkte. Der Gehalt eines Entzündungsparameters wurde reduziert, Knorpel- und Knorpelzellen blieben unversehrt. Die Forscher führen das auf den Inhaltsstoff Phycocyanin zurück. Die oben angeführten klinischen Studien zu Spirulina decken nur einen kleinen Bereich der Wirkungsweisen der Spirulina ab. Weitere Studien fehlen noch, sodass die folgenden Indikationen nicht als gesichert anzusehen sind:
Dennoch spricht viel für eine unterstützende Wirkung und Abminderung der Symptome bei einer regelmäßigen Einnahme von wenigen Gramm Spirulina täglich. Auch ohne Beschwerden ist eine regelmäßige Spirulina-Einnahme sinnvoll:
5. Industrielle KultivierungUm die Mikroalge in ausreichender Menge für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Nahrungsmitteln zur Verfügung zu haben, wird sie in speziellen Anlagen kultiviert. Besonders in warmen Ländern wird die Spirulina auch in Freiluft-Aquakulturen angebaut. Bei den Anbaumethoden muss man den industriellen Anbau mit der Verwendung von Dünger von den rein ökologischen Anbau unterscheiden.
Die Spirulina benötigt zum Wachstum viel Sonne, Wärme sowie mineralsalzhaltiges Wasser mit hohen pH-Werten von 9 bis 11. Dieses spezielle Brackwasser gibt es in heißen Ländern im Überfluss. Somit ist die Produktion von Spirulina und anderen Mikroalgen ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig in Regionen, wo es viel Brackwasser, aber kaum Süßwasser für die Landwirtschaft gibt. Weiterhin hat die Kultivierung von Spirulina-Algen auch einen klimatischen Aspekt. Bei ihrem Wachstum setzt die Spirulina keine klimaschädlichen Gase wie beiseelsweise Methan frei, wie es alle anderen Eiweißlieferanten tun. Die Spirulina bindet im Gegensatz dazu noch Kohlenstoffdioxid aus der Luft und setzt Sauerstoff durch ihre Photosynthese frei. Die groß angelegten industriellen Produktionsanlagen von Spirulina findet man vorwiegend in Kalifornien, Thailand, Taiwan, Indien und China, aber auch auf Hawaii. Dort sind die klimatischen Bedingungen mit einer hohen Sonneneinstrahlung und konstanten warmen Temperaturen geradezu ideal. Die Spirulina wird in speziell dafür gefertigten 15 – 25 cm tiefen Becken kultiviert. Das darin befindliche Wasser wird durch Schaufelräder bewegt, um jedes Cyanobakterium mit gleich viel Sonne zu versorgen. Die einzelnen Becken unterliegen einer beständigen Kontrolle und können bei Bedarf gezielt beeinflusst werden. Die Unterbindung des Wachstums von unerwünschten Fremdalgen wird durch ein ausgeklügeltes, biologisch ausgewogenes und ständig kontrolliertes Gleichgewicht in den Becken gewährleistet. Es wird darauf großen Wert gelegt, dass keine Herbizide zum Abtöten von Fremdbewuchs verwendet werden. Für ein besseres Wachstum wird das Wasser mit Kohlenstoffdioxid versetzt, um ein optimales Wachstum der Blaualge zu ermöglichen. Dies kommt auch der Sauerstoffbildung durch Photosyntheseprozesse zugute. Um die Spirulina-Rohmasse für den Transport und den späteren Verzehr haltbar zu machen, wird sie in Tabletten- oder Pulverform gebracht. Damit die Inhaltstoffe komplett erhalten bleiben, geschieht dies mit schonenden Verfahren mittels niedrigen Temperaturen. Zunächst muss die Rohmasse abgefiltert und getrocknet werden. Dann wird diese Masse schonend zu Tabletten gepresst und luftdicht verpackt. Bei den verschiedenen Spirulina-Produkten sollte man auf die verschiedenen Güte- und Prüfsiegel für eine hohe Qualitätskontrolle achten. 6. EinnahmeWie bei allem in der Medizin kann aus gesunden Mitteln bei erhöhter Dosierung schnell eine schädliche Substanz werden. Daher sollte man nicht mehr als 2-3 Spirulina-Tabletten oder die entsprechende Menge Pulver (10 - 15 g) am Tag zusichnehmen. Diese Dosis kann bei fastenden Personen den Tagesbedarf an einigen Mineralien abdecken. Weiterhin sollte man nicht mit der vollen Dosis die Einnahme beginnen, sondern diese langsam steigern. Diese langsame Dosiserhöhung beugt auch möglichen seltenen Unverträglichkeitssymptomen vor. Die Einnahme am besten morgens und abends zu den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser vornehmen. Und ganz wichtig, die Einnahme von Spirulina-Präparaten sollte vorher mit dem behandelnden Hausarzt abgesprochen werden.
(Spirulina-Presslinge) 7. Nebenwirkungen und GegenanzeigenDas Cyanobakterium Spirulina platensis wird in einigen Kulturen, besonders in Mittelamerika und von den Kanembu in Nigeria schon seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt, ohne das irgendwelche negativen Folgen bekannt geworden wären. Dennoch sollte man auch bei der Spirulina wie auch bei allen anderen Nahrungsmitteln darauf achten, dass nur ökologische Produkte konsumiert werden mit einer hohen Qualitätskontrolle bei deren Herstellung und Verpackung. Wichtig sind des Weiteren auch die Herkunft der Spirulina und deren Kultivierung. Mitunter kann es vorkommen, dass in Spirulina-Kulturen, die in natürlichen Wasserbecken kultiviert werden durch kontaminiertes Wasser Schwermetalle absorbiert werden, die sich schädlich auf den menschlichen Organismus auswirken können. Diese können beispielsweise Blei, Quecksilber und Cadminum sein. Mitunter kommt es auch zu allergischen Reaktionen. Ist dem der Fall, sollte man die Spirulina-Einnahme unterbrechen und einen Arzt aufsuchen. Liegt eine Unverträglichkeit gegenüber dem Cyanobakterium Spirulina vor, kommt es zu Verdauungsstörungen und auftretender Übelkeit. 8. Bioenergie SpirulinaDie Spirulina ist ein nützlicher Sauerstoffproduzent und Kohlenstoffdioxidverwerter, das wurde bereits ausführlich dargelegt ebenso wie die Tatsache, dass sie ein äußerst reichhaltiges Nahrungsmittel voller Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen ist. Die kleine blau-grüne Alge leistet aber durchaus noch mehr. In Zeiten, wo die Fragen nach der zukünftigen Versorgung der auf rund sieben Milliarden angewachsenen Erdenbevölkerung immer akuter und die Ressourcen immer knapper werden, kann auch hierbei die Spirulina gute Dienste leisten. So können zum Beispiel Spirulina-Farmen auch in unfruchtbaren Landstrichen wie Wüsten errichtet werden. Des Weiteren sind sie die produktivsten Agrarsysteme überhaupt, benötigen zur Kultivierung kein Süßwasser und erzeugen pro Jahr 10 Tonnen Eiweiß je Hektar. Mit Sojabohnen erreicht man nur eine Tonne und mit Rindfleisch sogar nur 100 kg je Hektar. Aber nicht nur bei der Eiweißproduktion ist die Spirulina-Alge führend. Gemäß des Kyoto-Protokolls, welches besagt, dass mit dem Treibhausgas gehandelt werden soll, kann pro Kilo Spirulina-Masse noch 1,5 kg Kohlenstoffdioxid-Verbrauch mitverkauft werden. Dem gegenüber produziert 1 kg Spirulina noch die gleiche Menge an Sauerstoff. Als Nahrungsbereicherung vor allen Dingen in den Entwicklungsländern deckt die Spirulina nicht nur einen großen Teil des Proteinbedarfes an, sondern versorgt auch mit vielen benötigten Vitaminen und Mineralstoffen. Somit können Mangelerscheinungen besonders bei Kindern nachhaltig entgegengewirkt werden. Auch verschiedene Raumfahrtzentren forschen mit der Spirulina im Weltraum. Man überlegt deren hohen Nährstoffgehalt für die Fischproduktion auf Raumfahrtstationen zu nutzen. Zusätzlich ermöglichen sie auch eine Sauerstoffgeneration in den Raumschiffen und eine Erneuerung bzw. ein Recycling der Atemluft. |







